Ge:Bäck Newsletter #17 – Im Rampenlicht

Ge:Bäck Newsletter #17 – Im Rampenlicht

Darum gehts:

  • Genossenschaft – bist du dabei?
  • Solidarische Software für Solidarische Bäckerei – Danke an Sachsen und die EU
  • back.kulturen
  • Filmdreh
  • Neue Abholstationen im Waldstraßenviertel und Großzschocher
  • Save the Date: Party am 17. Oktober

Liebe Friends und Fans der Gemeinschaftsgetragenen Bäckerei,

Für dieses Jahr hatten wir uns einige Großprojekte vorgenommen, die uns weiterhin ganz schön beschäftigen: eine Genossenschaft gründen, eine neue Software für die Mitgliederverwaltung und Produktionsplanung entwickeln und einführen, vielleicht eine Abholstation in Halle… Nun ja, letzteres haben wir erstmal hinten an gestellt, aber bei den anderen beiden Großbaustellen ist seit dem letzten Newsletter einiges passiert und wir befinden uns (hoffentlich) so langsam auf der Zielgeraden. Die wichtigsten Updates dazu gibt’s hier – und in einem Punkt brauchen wir direkt wieder eure Unterstützung!

 

Genossenschaft – bist du dabei?

Ende Juni waren wir wieder in Berlin, um nach langer Vorbereitung unsere Umwandlung von der eGbR zur Genossenschaft zu beurkunden. Und wie es das Recht so will, hat uns der Notar dazu natürlich nicht nur den benötigten Umwandlungsbeschluss, sondern auch die gesamte Satzung unserer zukünftigen Genossenschaft Wort für Wort vorgelesen – insgesamt 25 Seiten. Sehr unterhaltsam! Und nach gut eineinhalb Stunden und ein paar Unterschriften hatten wir es dann geschafft – zumindest fast. Denn mit diesem formalen Akt ist es leider noch nicht ganz getan: Jetzt folgt noch die gesetzlich vorgesehene Prüfung unserer Genossenschaftsgründung durch den Prüfungsverband der kleinen und mittelständischen Genossenschaften (PkmG) und erst wenn diese erfolgreich abgeschlossen werden wir final im Genossenschaftsregister eingetragen. Ein langer, bürokratischer Weg, wie ihr seht. Aber wir wussten ja, worauf wir uns da einlassen.

Und bevor ihr dann alle zu Mitgliedern und damit Miteigentümer*innen der ersten Leipziger Genossenschaftsbäckerei werden könnt, sind wir jetzt schon wieder einmal auf eure Unterstützung angewiesen: Für eine erfolgreiche Prüfung unserer Finanzpläne brauchen wir halbwegs belastbare Zahlen zu den zukünftigen Mitgliedern – denn die Geschäftsanteile, die alle Mitglieder mit dem Beitritt zeichnen und einzahlen, bilden eine wichtige Grundlage für unsere finanzielle Stabilität. Wir haben deshalb eine kurze Umfrage dazu erstellt und freuen uns sehr, wenn ihr sie zahlreich ausfüllt und uns mitteilt, ob und in welcher Höhe ihr euch an der Genossenschaft beteiligen würdet. Ein Anteil entspricht 100€ und ist die Grundlage für eine Mitgliedschaft. Bei einem späteren Austritt aus der Genossenschaft wird er wieder ausgezahlt – vorausgesetzt wir gehen nicht pleite. Auch ohne einen Brotanteil könnt ihr Mitglied der Genossenschaft werden. Und wenn ihr die Finanzierung der Bäckerei zusätzlich unterstützen wollt und könnt, dürft ihr gerne auch mehrere Anteile übernehmen. Konkretere Infos gibts dann zu gegebener Zeit. Hier noch einmal der Link zur unverbindlichen Umfrage. Jede Antwort hilft uns weiter!

Solidarische Software für Solidarische Bäckerei – Danke an Sachsen und die EU

Vor einem knappen Jahr hatten wir es ja schon angeteasert: unsere selbstgebastelten Excel-Tabellen kommen so langsam an ihre Grenzen bei der Verwaltung des ganzen Betriebs. Immer wieder schleichen sich Fehler ein und vieles, was euch wichtig ist, ist so gar nicht möglich: wöchentliche Pausen, bestimmte Brotsorten wünschen usw. Deshalb haben wir letztes Jahr mit der Planung einer eigenen Software-Lösung für die Gemeinschaftsgetragene Bäckerei begonnen und uns dafür mit Marcus und Co von FoodCoopX zusammengetan. Die guten haben nämlich mit ‚Tapir‘ bereits eine Open-Source Mitgliederplattform und Verwaltungssoftware für Solawis entwickelt, die unseren Vorstellungen schon ziemlich nahe kommt. Es war jedoch trotzdem noch einiges an Planung und Programmierung nötig, um daraus eine bäckereitaugliche Lösung zu machen. Zum Glück konnten wir dafür über die Förderrichtlinie „Digitalisierung Zuschuss“ der SAB (Sächsische Aufbaubank) eine Unterstützung in Höhe von ca. 6000€ und damit 60% der Gesamtkosten gewinnen, die uns dieses Projekt ermöglicht hat. Danke dafür! Mittlerweile ist die Programmierung so gut wie abgeschlossen und wir sind dabei, die Software einzurichten und zu testen, bevor sie dann hoffentlich im Herbst live gehen kann. Ihr könnt also gespannt bleiben: Neben einer übersichtlichen Mitgliederplattform und vielen weiteren praktischen Features warten u.a. flexiblere Pausenoptionen auf euch sowie die Möglichkeit, eure Lieblingsbrotsorten anzugeben, sodass wir die Produktion noch besser an eure Wünsche und Bedarfe anpassen können. Und das alles im Gemeinschaftsbesitz, denn das Geschäftsmodell von FoodCoopX beruht wie auch unsere Bäckerei auf den Grundsätzen des Solidarischen Wirtschaftens und wird von einer Gemeinschaft – hauptsächlich aus Solawis – getragen. Und vielleicht kommen ja in Zukunft auch noch mehr Solidarische Bäckereien dazu!

back.kulturen

Mitte März war Sarah stellvertretend für die GeBäck bei der Genossenschaftsbäckerei Bäckerslüüd in Eutin, um im Rahmen der Veranstaltung „back.kulturen“ in einer moderierten Gesprächsrunde über die Ge:Bäck, unsere Organisationsform, die Zusammenarbeit im Kollektiv, die Wirtschaftlichkeit des Betriebs, die bisherigen Entwicklungsschritte und Meilensteine, Herausforderungen und Lösungen zu berichten. Initiiert wurde das Treffen vom gemeinnützigen Verein Die Gemeinschaft e.V., der die Kommunikation, Zusammenarbeit und Netzwerke entlang regionaler Wertschöpfungsketten im Lebensmittelhandwerk fördert und ermöglicht.
In Eutin sind knapp zwanzig Menschen aus dem Backhandwerk zusammengekommen, um sich kennenzulernen, auszutauschen, Fragen zu stellen und Erfahrungen zu teilen. Es gab eine Backstubenführung von Jana von den Bäckerslüüd, bei der schon viele Themen aufgekommen und andiskutiert wurden: Jana hat eine Sauerteigmaschine präsentiert, die mit Altbrot gefüttert wird, wir haben über Überproduktion und Lebensmittelverschwendung gesprochen und bemerkt, wie wichtig die Kommunikation mit den Kund*innen ist, um sie über die Haltbarkeit und Genießbarkeit von Brot zu informieren. Dazu hat Christina Weiß von den Brotkumpels aus Hamburg die Anekdote von Arnd Erbel, Freibäcker aus Franken, erzählt, der zwei Wochen lang einen riesigen Brotlaib unverpackt durch die Gegend gefahren hat. Das Brot war knochentrocken und um es wieder essbar zu machen, hat er es mit einem Gartenschlauch abgespritzt, über Nacht in einen Plastikbeutel gepackt und am nächsten Tag im Ofen aufgebacken und es hat geschmeckt wie am ersten Tag. Profitipp! Generell ist eine offene und unvoreingenommene Kommunikation super wichtig, um dem vielen Halb- und Unwissen rund um Mehl und Getreide, allen voran den „bösen“ Weizen, Bekömmlichkeit, Sauerteig, Teigführung und das Handwerk, das hinter dem Produkt steht, entgegenzuwirken.
Das Treffen in Eutin war jedenfalls sehr bereichernd und inspirierend. Die Fragen und Rückmeldungen haben dazu beigetragen, uns als Ge:Bäck in der Szene zu verorten und zu erkennen, was wir schon alles geschafft und welche Herausforderungen wir schon gemeistert haben, und genauso, was alles noch werden kann und auf uns zukommt.

 

Eine weitere Veranstaltung im Rahmen der back.kulturen fand im Mai bei der Lerchenbergmühle in Jesewitz statt.

Wir wurden von Landwirt und Müller (und Bäcker und Naturschützer) Robert über den Acker geführt, wo er neben Weizen, Roggen und Dinkel bspw. Hafer und Ackerbohne in Mischkultur anbaut und nach der Ernte in der Mühle reinigt, sortiert und zu Vollkornmehlen vermahlt.

Besonders spannend war der Austausch und die Gesprächsrunde mit den Teilnehmenden, da hier entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von Landwirt*innen, über Müller*innen bis hin zu Bäcker*innen, alles vertreten war.

Ein wichtiger take-away für uns war, dass wir alle enger zusammenarbeiten müssen und mehr Austausch darüber stattfinden muss, wie sich der Ackerbau durch die Klimaerwärmung verändert, wie die Ernte wetterbedingt ausfällt, wie die Müllerin damit umgeht, was das für Auswirkungen auf das Mehl hat, auf welche Ansprüche das bei uns als Bäcker*innen trifft, wie wir Rezepte und Teigbereitung anpassen müssen und warum heute das Brot auf eurem Tisch vielleicht anders aussieht als noch letzte Woche.

Filmdreh

Mitte Juli standen wir mal wieder vor der Kamera. Diesmal aber so richtig. Ein sechsköpfiges Team rund um die beiden Dokumentarfilmer Janek und Jannic hat uns einen Tag lang in der Backstube begleitet. Die beiden haben gerade ihr Filmstudium abgeschlossen und sind nun auf der Suche nach neuen Geschichten und Menschen für ihre weitere dokumentarische Arbeit. Das Ergebnis wird ein etwa dreiminütiges Porträt über uns.
Jona und Joni sind die Protagonisten. Beiden wurde ein kleines Mikrofon angeklipst, sodass auch die O-Töne während der Arbeit aufgezeichnet werden. Kaum zu glauben, wie viel Equipment die einerseits angeschleppt und andererseits in unserer doch recht überschaubaren Backstube untergebracht haben. Da wurde schon am Vortag diverse Beleuchtung an den Stahlträgern angebracht. Auch draußen vor dem Fenster gab es zusätzlich Licht und Spiegel, was Jonas und Jonis Biorhythmus ziemlich durcheinander gebracht hat und die beiden den ganzen Tag glauben ließ, es wäre schon gleich Feierabend. Bis nach dem gemeinsamen Mittagessen wurden also alle möglichen Handgriffe und Momente in der Backstube festgehalten. Danach hat Janek die beiden dann noch einzeln interviewt.
Das war schon sehr besonders und anfangs waren wir auch noch etwas aufgeregt. Aurelia, die Beleuchterin, meinte dazu, dass wir alle einfach das machen sollen, was wir am besten können: die Film und wir Brot. Und so hat das am Ende tatsächlich gut geklappt und wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis. Die Eindrücke, die wir über den kleinen Bildschirm beim Produktionsteam erhaschen konnten waren jedenfalls schon recht vielversprechend.

Neue Abholstationen im Waldstraßenviertel und Großzschocher

Wir freuen uns sehr, ab September unser Brot in zwei weitere Nachbarschaften liefern zu können.
Im Waldstraßenviertel wird der Kiosk Kleinparis neue Abholstation. Zur feierlichen Einweihung gibt es ein kleines PopUp-Event am 20. August. Zwischen 18 und 20 Uhr werden wir mit einer Brotauswahl zum Verkosten und Kaufen vor Ort sein und im besten Fall neue Mitglieder für uns begeistern:

  • Kiosk Kleinparis, Waldstraße 28, Abholung donnerstags zwischen 16 und 0 Uhr.

In Großzschocher werden wir uns im Haus im Fluss die Abholstation mit der Solawi Rote Beete teilen.
Die Gärtner*innen übernehmen für uns auch die Lieferung der Brote dorthin.

  • Haus im Fluss, Breitschuhstraße 31, Abholung donnerstags zwischen 19 und 21 Uhr.

Save the Date: Party am 17. Oktober

Viel mehr gibt es zu diesem Punkt noch gar nicht zu sagen. Aber wir wollen wieder mal mit euch feiern! Also tragt euch den Termin am besten direkt ein. Mehr Infos dazu bald.